Wir sind für Sie da, wenn...

Vorbereitung

... Sie sich auf die Pflegebegutachtung durch den medizinischen Dienst der Krankenkasse vorbereiten.

MDK Gutachten

... Sie sich Beaufsichtigung durch eine unabhängige Pflegesachverständige bei dem MDK Gutachten wünschen.

Hilfe

... Sie Hilfestellung bei der Führung eines Pflegetagebuchs benötigt wird.

Widerspruch

... Sie Widerspruch bei der Ablehnung eines Pflegegrades einlegen möchten.

Gibt es Fragen zum Thema Pflegegrade?

Hier bekommen Sie die Antworten!

Kennen Sie schon die neuen Pflegegrade? Seit dem 01.01.2017 gelten die neuen Pflegegrade in ganz Deutschland. Sie haben die bisherigen Pflegestufen abgelöst. Grund genug, einige der wichtigsten Fragen rund um das Thema „Pflegegrade“ genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wer pflegebedürftig ist oder pflegebedürftige Menschen betreut, dürfte früher oder später mit dem Begriff Pflegegrad in Berührung kommen. Hierbei handelt es sich um Leistungen und Vergünstigungen durch die Pflegekasse, welche Menschen erhalten, die pflegebedürftig geworden sind. Wie hoch der Anspruch ist, richtet sich nach dem zugewiesenen Pflegegrad. Schon lange nicht mehr sind davon ausschließlich Seniorinnen und Senioren betroffen. Auch junge Menschen, die zum Beispiel durch eine Krankheit oder einen Unfall zum Pflegefall geworden sind, können je nach zugewiesenem Pflegegrad das sogenannte Pflegegeld beantragen. Im folgenden Artikel möchten wir Sie über Pflegegrade informieren.

Bis zum 31.12.2016 wurde die Höhe des Pflegegeldes in drei Pflegestufen (0-3) gestaffelt. Diese teilten dem Versicherten mit, welche Leistungen durch die Pflegeversicherung abgedeckt sind und wie hoch die finanzielle Unterstützung ist, die von der zugehörigen Pflegekasse gezahlt wird. Mit Einführung der Pflegereform im Jahr 2017 wurden die vier Pflegestufen durch fünf Pflegegrade abgelöst, die nun die Pflegebedürftigkeit von Versicherten in fünf Stufen staffeln:
Pflegegrad 1
Pflegegrad 2
Pflegegrad 3
Pflegegrad 4
Pflegegrad 5

Das 2017 verabschiedete Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) sieht grundlegende Veränderungen und Verbesserungen im Pflegesystem für Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegekräfte vor. So wurde mit der Einführung ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff definiert, der sich stärker an den Bedürfnissen des zu pflegenden Menschen orientiert. Hierbei werden neben der individuellen Lebenssituation auch die Beeinträchtigungen und Fähigkeiten des Pflegebedürftigen für die Bewertung des Pflegegrads herangezogen. Das hat zur Folge, dass nun alle pflegebedürftigen Menschen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung erhalten – egal ob sie nun unter körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen leiden. Der Vorteil des Pflegestärkungsgesetz II liegt darin, dass die individuelle Pflege- und Lebenssituation von Menschen besser erfasst wird. So können Pflegebedürftige nun individueller versorgt und deren Selbstständigkeit nachhaltiger gestärkt werden. Das kommt vor allem Menschen mit Demenz zugute, die nun gleichberechtigt Leistungen der Pflegeversicherung zugesprochen bekommen. Mit der Einführung des PSG II wird der Pflegegrad nicht mehr nach dem zeitlichen Aufwand für Pflege berechnet. Die Pflegebedürftigkeit wird dank des neuen Pflegegesetzes anhand der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen ermittelt. Das bedeutet, dass eine pflegebedürftige Person einen höheren Pflegegrad erhält, je mehr Hilfe sie bei den täglichen Tätigkeiten im Alltag benötigt. Zudem wird im Zuge des neuen Pflegestärkungsgesetzes nicht mehr nur die körperliche Komponente bei der Bewertung berücksichtigt – so wie es bei den Pflegestufen noch der Fall war. Für die Ermittlung des Pflegegrads fließen nun auch psychische und physische Faktoren in die Pflege-Bewertung ein. Eine lobenswerte Entwicklung im Bereich der Pflege.

Wer Pflegegeld beanspruchen möchte, muss in einen Pflegegrad eingeteilt werden. Um diesen ermitteln zu lassen, muss ein Antrag bei der Krankenkasse eingereicht werden. Wurde dieser geprüft, erfolgt ein Besuch des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK). Dieser prüft die Beeinträchtigungen des Pflegebedürftigen vor Ort und erstellt anschließend ein Gutachten. Auf Grundlage des Gutachtens wird von der Pflegekasse die Pflegeeinstufung ermittelt. Bei positiver Analyse erhält der pflegebedürftige Antragsteller einen Pflegegrad und monatliche Leistungen aus der Pflegeversicherung ausgezahlt. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass keine Leistungen rückwirkend gezahlt werden. Leistungen werden bei einem positiven Bescheid nur ab jenem Monat ausgezahlt, ab dem der Antrag gestellt wurde. Daher sollten Sie rechtzeitig daran denken, möglichst früh Pflegegeld zu beantragen.

Wer einen Pflegegrad beantragen möchte, muss sich einem neuartigen Prüfverfahren unterziehen, das in Fachkreisen als NBA (Neues Begutachtungsassessment) bezeichnet wird. Hierbei besucht ein Gutachter des MDK den pflegebedürftigen Antragsteller zu Hause und vergibt für sechs Module Punkte, die letztendlich die Zuweisung eines Pflegegrads ermöglichen. Die erwähnten Module umfassen:
– Modul 1: Mobilität
– Modul 2: Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
– Modul 3: Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
– Modul 4: Selbstversorgung
– Modul 5: Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
– Modul 6: Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
Der pflegebedürftige Antragsteller wird anhand der Module nach Punkten bewertet. Diese werden anschließend zusammenaddiert. Daraus erschließt sich letztendlich der Pflegegrad.

Wird ein Antrag auf Pflegegrad abgelehnt, kann der pflegebedürftige Antragsteller Widerspruch einlegen. Nicht häufig passiert es nämlich, dass jeder dritte Antrag auf Pflegegeld abgelehnt wird. Doch man sollte sich nicht entmutigen lassen und einen Widerspruch gegen den Bescheid der Pflegekasse einlegen. Hierfür sollte aber nicht zu viel Zeit verstreichen. Ein Widerspruch gegen die Entscheidung der Pflegekasse muss innerhalb von vier Wochen eingereicht werden, um Leistungen aus der Sozialen Pflegeversicherung erhalten zu können.

Das Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) sieht die Einteilung in fünf Pflegegrade vor. Für jeden dieser Pflegegrade können pflegebedürftige Menschen bei der Pflegekasse sogenanntes Pflegegeld beantragen. Die Abstufungen der Pflegebedürftigkeit spiegeln sich in der Höhe der Leistungen wider, welche von der Pflegekasse bezahlt werden. So sind die Vergütungen im Bereich des Pflegerads 1 niedriger als in einem höheren Pflegegrad. Immerhin hat sich die Höhe der Leistungen mit Einführung des neuen Pflegegesetzes für pflegebedürftige Menschen verbessert. Diese erhalten laut Bundesministerium für Gesundheit von der Pflegeversicherung nun mehr Geld als noch vor Einführung des PSG II im Jahr 2016.

Der Pflegegrad 1 ist die niedrigste Stufe der Pflegebedürftigkeit
Voraussetzungen:
– Geringe Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
– Der Pflegebedürftige muss nach dem Prüfverfahren „NBA“ vom Prüfer ab 12,5 bis unter 27 Punkte erhalten.
 
Pflegegeld (Leistungen):
Geldleistung ambulant: 0€
Sachleistung ambulant: 0€
Leistungsbetrag bei vollstationärer Pflege (Pflegeeinrichtung): 125€
Entlastungsbetrag ambulant (zweckgebunden): 125€

Voraussetzungen:
– Erhebliche Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
– Der Pflegebedürftige muss nach dem Prüfverfahren „NBA“ vom Prüfer ab 27 bis unter 47,5 Punkte erhalten.
 
Pflegegeld (Leistungen):
Geldleistung ambulant: 316€
Sachleistung ambulant: 689€
Leistungsbetrag bei vollstationärer Pflege (Pflegeeinrichtung): 770€
Bundesdurchschnittlicher pflegebedingter Eigenanteil (einheitlich für PG2 bis PG5): 580€

Voraussetzungen:
– Schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
– Der Pflegebedürftige muss nach dem Prüfverfahren „NBA“ vom Prüfer ab 47,5 bis unter 70 Punkte erhalten.
 
Pflegegeld (Leistungen):
Geldleistung ambulant: 545€
Sachleistung ambulant: 1298€
Leistungsbetrag bei vollstationärer Pflege (Pflegeeinrichtung): 1262€
Bundesdurchschnittlicher pflegebedingter Eigenanteil (einheitlich für PG2 bis PG5): 580€ Entlastungsbetrag ambulant (zweckgebunden): 125€

Voraussetzungen:
– Schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
– Der Pflegebedürftige muss nach dem Prüfverfahren „NBA“ vom Prüfer ab 70 bis unter 90 Punkte erhalten.
 
Pflegegeld (Leistungen):
Geldleistung ambulant: 728€
Sachleistung ambulant: 1612€
Leistungsbetrag bei vollstationärer Pflege (Pflegeeinrichtung): 1175€
Bundesdurchschnittlicher pflegebedingter Eigenanteil (einheitlich für PG2 bis PG5): 580€ Entlastungsbetrag ambulant (zweckgebunden): 125€

Der Pflegegrad 5 ist die höchste Stufe der Pflegebedürftigkeit. Demzufolge erhält der Pflegebedürftige die umfangreichsten Leistungen der Pflegeversicherung, weil er einen sehr hohen Pflegebedarf benötigt.
Voraussetzungen:
– Schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen für die pflegerische Versorgung
– Der Pflegebedürftige muss nach dem Prüfverfahren „NBA“ vom Prüfer ab 90 bis 100 Punkte erhalten.
 
Pflegegeld (Leistungen):
Geldleistung ambulant: 901€
Sachleistung ambulant: 1995€
Leistungsbetrag bei vollstationärer Pflege (Pflegeeinrichtung): 2005€
Bundesdurchschnittlicher pflegebedingter Eigenanteil (einheitlich für PG2 bis PG5): 580€ Entlastungsbetrag ambulant (zweckgebunden): 125€

Gibt es Fragen zu Geldleistungen?

Hier bekommen Sie die Antworten!

Wer pflegebedürftig geworden ist, hat es ohnehin nicht leicht, den Alltag ohne Hürden zu meistern. Meist führen selbst kleine Barrieren zu großen Problemen, was nicht selten Hilfe voraussetzt. In der Regel stehen Heime, ambulante Pflegedienste oder Alltagshilfen zur Seite. Doch Pflegebedürftigkeit kann auch zu einer enormen finanziellen Belastung für Betroffene und deren Angehörige werden. Umso erfreulicher, dass die Pflegeversicherung und der Staat helfend unter die Arme greifen. Beide zahlen pflegebedürftigen Menschen Geldleistungen und ermöglichen so finanzielle Hilfe und Unterstützung. Folgend haben wir Ihnen die wichtigsten Geldleistungen zusammengetragen, die Sie beantragen können:
– Pflegegeld
– Pflegesachleistungen für die häusliche Pflege
– Kombileistung: Ambulante Geldleistung + ambulante Sachleistung
– Teilstationäre Leistungen für Tages- und Nachtpflege
– Leistungen für pflegebedürftige Menschen in ambulant betreuten Wohngruppen
– Verhinderungspflege
– Kurzzeitpflege
– Steuererleichterungen
– Schwerbehindertenausweis
– Pflegehilfsmittel
– Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
– Vollstationäre Pflege
– Entlastungsbetrag
– Geld vom Sozialamt
– Grundsicherung im Alter
Folgend haben wir Ihnen die wichtigsten Geldleistungen und finanzielle Hilfen für pflegebedürftige Menschen zusammengetragen. Haben Sie Fragen zu den einzelnen Geldleistungen, sprechen Sie uns an. Als zuverlässige Agentur für Seniorenbetreuung in Köln vermitteln wir geschultes Personal für häusliche 24h-Betreuung und stundenweise Betreuung von älteren Menschen.

Pflegegeld

Pflegegeld wird in Fachkreisen auch als „Pflegeleistung ambulant“ bezeichnet und von der Pflegekasse an jene Menschen ausgezahlt, die sich zu Hause durch Angehörige, Bekannte oder engagierte Ehrenamtliche pflegen lassen. Dabei wird das Pflegegeld direkt an den zu Pflegenden ausgezahlt, der dann selbst entscheiden kann, welchen Beitrag er für seine Pflege an wen zahlt. Das Pflegegeld wird monatlich von der Pflegekasse auf das Konto des pflegebedürftigen Menschen überwiesen und ist vom Gesetzgeber dafür bedacht worden, dass Angehörige, Bekannte oder engagierte Ehrenamtliche für ihre Pflegeleistungen entlohnt werden. Voraussetzung für den Erhalt von Pflegegeld ist jedoch die Attestierung eines Pflegegrads. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass Pflegegeld erst ab Pflegegrad 2 gezahlt wird. Laut dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung ist die Pflegebedürftigkeit bei einem Pflegegrad 1 so gering, dass der Antragsteller den Alltag immer noch selbst bestreiten kann.

Die Höhe des Pflegegelds richtet sich nach dem zugeteilten Pflegegrad. Pflegebedürftige Menschen mit einem Pflegegrad 1 erhalten gar kein Pflegegeld. Haben Pflegebedürftige den Pflegegrad 5, bekommen sie den höchsten Leistungsbetrag im Monat, den man als Pflegebedürftiger von der Pflegekasse erhalten kann.
Pflegegeld – PG 1: 0 Euro / Monat
Pflegegeld – PG 2: 316 Euro / Monat
Pflegegeld – PG 3: 545 Euro / Monat
Pflegegeld – PG 4: 728 Euro / Monat
Pflegegeld – PG 5: 901 Euro / Monat

Der Pflegebedürftige oder ein Bevollmächtigter muss einen Antrag auf Pflegeleistungen bei der zuständigen Pflegekasse stellen. Um Pflegegeld erhalten zu können, muss erst einmal ermittelt werden, ob der Antragsteller zunehmend eingeschränkt ist und seinen Alltag nicht ohne Hilfe bestreiten kann. Die zuständige Pflegekasse beauftragt den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) mit der Begutachtung. Liegt eine Pflegebedürftigkeit vor, erhält der Antragsteller einen Pflegegrad zugewiesen und dementsprechend auch ein monatliches Pflegegeld.

Pflegesachleistungen

Die Leistungen schließen die Grundpflege, die Behandlungspflege und die hauswirtschaftliche Betreuung durch einen ambulanten Pflegedienst ein, der sich um die Pflege des Antragstellers kümmert. Die Höhe der zugesicherten Pflegesachleistungen richtet sich – wie auch schon beim Pflegegeld – an den Pflegegrad des Antragstellers. Je höher dessen Pflegegrad ist, umso höher sind auch die Pflegesachleistungen, welche die Pflegekasse monatlich zahlt.

Wer Pflegesachleistungen für die Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst nutzen möchte, muss diese finanzielle Unterstützung bei der Krankenkasse beantragen. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) prüft anschließend, ob der Antragsteller pflegebedürftig ist und Hilfe im Alltag benötigt. Auf Basis des Begutachtungsprotokolls wird dem Antragsteller ein Pflegegrad zugewiesen, der letztendlich die Höhe der monatlichen ambulanten Sachleistungen regelt.